#WirVsVirus Community Management
Community Building Community-Management

#WirVsVirus: Die Kraft der Community

42.968 Menschen arbeiten in 48 Stunden an 1.989 Projekten.

Menschen quer durch Deutschland, die sich vorher noch nie gesehen haben. Klingt chaotisch? Ja, war es zu Beginn auch etwas. Aber es ist vor allem ein Zeichen, was wir alles erreichen können, wenn wir uns zusammentun.

Sieben Initiativen haben zusammen mit der Bundesregierung zum #WirVsVirusHack aufgerufen.

„Gemeinsam mit der Bundesregierung schaffen wir den digitalen Beteiligungsprozess in der Corona-Krise. Überall in Deutschland arbeiten Individuen an Lösungen. Der #WirVsVirus Online Hackathon ist der digitale Raum, in dem wir alle gemeinsam Lösungen für neu auftretende Herausforderungen entwickeln, testen und verbessern können.“

– WirVsVirus Hackathon –

Chaotisch war es vor allem deswegen, weil sich weitaus mehr Menschen beteiligten, als die kühnsten Planungen vorher einschätzten. Es wurde darüber diskutiert, dass es Probleme gibt, wenn 1.000 Leute teilnehmen und man diese gleichzeitig koordinieren muss. Das Engagement war überwältigend, über 40.000 Menschen brachten sich ein. 

Doch wie bekommt man das Chaos in den Griff? Durch gutes Community-Management. 

Erfolgsfaktor Community 

Der #WirVSVirus Hackathon beweist eindrucksvoll, was eine Community und gutes Community-Management erreichen kann. Was waren die Erfolgsfaktoren?

Vielfalt – Jeder konnte mitmachen. Alter, Religion, Hautfarbe – spielten keine Rolle. Wohnort, Anzahl an Stunden, die eingebracht werden – alles egal. Alle Berufe, Fähigkeiten und Kenntnisse waren vertreten: Bundestagsabgeordnete, Pfleger, Selbstständige, Kindergärtner, Firmenchefs, Ärzte, Studenten, Lehrkräfte …. Was zählte, war das gemeinsame Ziel. 

Intrinsische Motivation – Verbindenden war die gemeinsame Motivation. Das gemeinsame Ziel. Dies schaffte ein Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl. Im Angesicht der aktuellen Lage fühlen sich viele hilflos und wollen sich einbringen. Dazu gab es nun Gelegenheit. Es ging nicht um Geld, Ruhm oder Macht. Motivationsfaktor war der Wille, anderen zu helfen, gemeinsam die Krise zu überstehen. 

Netiquette – Der Code of Conduct legte die Verhaltens- und Kommunikationsregeln fest. „Wir tolerieren keine Form von Diskriminierung, Sexismus, Rassismus oder ähnlichem Verhalten.“ Wer gegen diese Regeln verstieß, wurde verwarnt und zur Not ausgeschlossen. 

On-Boarding der Teilnehmer – Ein gemeinsames On-Boarding aller Teilnehmer fand per YouTube Livestream statt. Dies hatte zwei Vorteile: Alle waren auf dem gleichen Informationsstand, auch stärkte es das Gemeinschaftsgefühl. Man war zusammen, auch wenn man alleine zu Hause am Rechner saß. In Slack wurden alle Teilnehmer willkommen geheißen. Es gab einen Channel rein für Ankündigungen, einen für offene Fragen und einen für die Suche nach Unterstützung. 

Transparente Kommunikation – Es erfolgte eine offene und stete Kommunikation über diverse Kanäle. Hauptkommunikationskanal war Slack. Doch auch über Twitter wurde stetig informiert. Bestehende Probleme wurden offen kommuniziert. 

Wenn über 40.000 Personen parallel zu Slack eingeladen werden, dann muss auch mal der CEO persönlich ran.

Und auch YouTube wurde Sonntagabend bei der Einreichung der Projekte auf eine harte Probe gestellt. Laut Google haben wir „die Video Processing Server in ganz Europa mächtig ins Schwitzen gebracht. „

Rollenkonzept – Neben dem Orga-Team, gab es 2922 Mentoren, die für diverse Themenbereiche als Ansprechpartner zur Verfügung standen. Für die Mentoren gab es vorab bereits Online-Treffen und Informationsmaterial, um sie auf die Rolle vorzubereiten.

Wertschätzung – Es wurde nicht mit Lob und Dank gespart. Wertschätzung kam von Seiten der Bundesregierung, anderen öffentlichen Institutionen und Personen des öffentlichen Lebens, vom Orga-Team und vor allem auch in den Teams.

Usability – Wenn ein Tool nicht funktionierte oder nicht alle damit zurechtkamen, wurde auf ein anderes gewechselt. Das Thema und das Ziel standen im Vordergrund, nicht die Plattform. Gleiches gilt für den Aufbau aller Communitys. Was ist das Ziel? Wo will ich hin? Erst am Ende steht die Entscheidung über die richtige Plattform.  

Gute Vorbereitung – Das Orga-Team bestehend aus 100 Personen legte im Vorfeld die Strukturen fest. Egal, welche Community ihr plant. Eine sorgfältige Planung ist das A und O. Das Team hatte nur 5 Tage Zeit. In der Regel dauert der Prozess mehrere Monate. 

Gemeinsame Aktionen und Events – Jeden Tag gab es YouTube Livesession und eine gemeinsame Abschlussparty online. 

Der CoronaCompass

Mein Hauptprojekt war der CoronaCompass. Aktuell entstehen deutschlandweit viele unterschiedliche Initiativen zur gegenseitigen Unterstützung. Wir wollen Initiativen, Helfern und Hilfesuchenden auf einer zentralen Plattform zusammenbringen. 

Team-Besprechung

Organisiert haben wir uns in kleinen Gruppen zu speziellen Aufgabengebieten (wie unter anderem Programmierung-Backend, -Frontend / Marketing / Datenmanagement / Pitch), Slack, regelmäßigen Status-Calls mit dem ganzen Team und diversen Online-Tools. In den kommenden Tagen wollen wir die Plattform weiterausbauen und schauen, wie sich diese entwickelt. Weitere Infos dazu folgen. 

Wer sich schon mal einen Überblick verschaffen will, hat hier die Möglichkeit dazu: CoronaCompass

Projekte aus allen Bereichen

Als Mentorin hatte ich das Glück, in ganz unterschiedliche Projekte eingebunden zu sein. Einige der Projekte, denen ich am Wochenende bei Fragen helfen durfte:

Small Business Hero: Digitale Plattform für Einzelhändler:innen, um Waren für Kunden aus der Nachbarschaft anbieten können.

BooblePay: Eine vollautomatisierte Food and Good Delivery Platform mit direkter Möglichkeit in Social Media einzukaufen.

&kunst: kreiert lebendiges Erleben und Entdecken von digitalen Veranstaltungen. Durch die bundesweite Vernetzung und Bündelung von Events, Orten und Künstlern schafft die Plattform &kunst ein übergreifendes und bisher nicht vorhandenes Angebot aus Livestreaming, vorproduzierten Inhalten und Online-Workshops und -Tutorials.

ChallomiesChallenge your Homie​s: Euch fehlt der Kontakt zu euren Freunden und eure Gewohnheiten wurden komplett auf Links gekrempelt. Wir wollen euch mit der App die Möglichkeit geben, mit euren Kontakten und neuen Leuten zu connecten und diese zu lustigen Challenges herauszufordern!​

SicherEinkaufen: Unsere App zur Auslastung von Supermärkten. Schütze dich und andere vor der Ausbreitung von Corona beim Einkaufen in Supermärkten. Mit SicherEinkaufen kannst du anhand von Live-Daten die Auslastung von Supermärkten sehen und den besten Zeitpunkt für deinen Einkauf auswählen.

​​It’s help: Wir geben Nachbarschaftshilfe ein Zeichen. Einfach, schnell und analog. Mach mit – du kannst das auch!

Die Community sind wir alle. Wie kann man sich einbringen?

Neben den oben genannten Projekten gibt es Initiativen in diversen anderen Bereichen von Digital Learning, Verbesserungen der Pflege, Unterstützung der Landwirtschaft, Home Office, Mental Health, Hilfsmittelverteilung, Kinderbetreuung, ….

Bis Donnerstagabend findet ein öffentliches Online-Voting statt. Alle Informationen dazu gibt es auf dieser Seite: WirVsVirus Hackathon.

Die Links oben in den Projekten führen jeweils direkt zum YouTube Video.

An vielen Initiativen wird auch nach dem Hackathon weitergearbeitet. Sprecht die Beteiligten an und bietet Eure Hilfe und Unterstützung an. 

Diese 48 Stunden haben gezeigt, was wir bewirken können, wenn wir alle zusammenhalten und zusammenarbeiten. Doch das war erst der Anfang. Es geht weiter … Packen wir es an. 

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