Gutes internes Community Management ist heutzutage Gold wert

von | 18. Mai 2020 | Community Management, Community Manager, Interne Communities

Zuletzt geändert am 1. Mai 2023

Weg von Hierarchien – hin zu einer agilen Arbeitswelt. In diesem Transformationsprozess befindet sich die DB Systel. Jennifer Diener erzählt, wie Communitys diesen Prozess unterstützen und über ihre Herausforderungen und Erfolgserlebnisse im Community-Management.

Jennifer, stell Dich doch bitte kurz vor:

Jennifer Diener

Ich bin seit 2,5 Jahren als Community Managerin bei DB Systel GmbH, dem Digitalpartner der Deutschen Bahn, in Frankfurt/Main angestellt und war vorher Event Managerin und Lektorin bei einem IT-Fachverlag. Mein gesamtes Arbeitsleben habe ich im IT-Bereich verbracht und empfinde das Umfeld als sehr spannend. 

Welche Community betreust Du?

Ich betreue die interne DevOps Community der DB Systel, bzw. der Deutschen Bahn, die mittlerweile über 1500 Mitglieder zählt. Außerdem berate ich einige andere Community Manager beim Community-Aufbau, -Pflege und -Reaktivierung. Wir haben auch eine Community der Community Manager, um in einem so großen Konzern einen Austausch zu gewährleisten. 

Wie groß ist Euer Team bei DB Systel?

Für die DevOps-Community sind wir 2 Personen, bzw. ich in Vollzeit und drei weitere Personen, die sich die zweite Stelle „teilen“. Es gibt bei DB Systel allerdings viele andere Community Manager, die Communitys zu bestimmten Themen wie Softwarearchitektur, APIs, KI oder Sales begleiten. 

Nutzt ihr eine SAAS-Lösung oder wurde Eure Community selbst programmiert?

Wir nutzen unser DB Intranet, dieses basiert auf Coyo und MS Teams. 

Was war die bisher größte Herausforderung in Deinem Job?

Meine größte Herausforderung war, dass ich 2017 völlig ohne Vorkenntnisse diesen Job übernommen habe und eine „tote“ Community aufbauen durfte. Das hat mir am Anfang sehr viel abverlangt.

Ich habe mir alles beigebracht und habe dabei oft auf meine Intuition vertraut. In den ersten Wochen war ich nur in der Cafeteria anzutreffen, da ich mit fast allen Mitgliedern der damals noch sehr kleinen Community geredet habe – für mich als damals sehr schüchterne Person schon eine Herausforderung. Ich wollte wissen, was die Mitglieder wollten, warum es nicht klappte mit der Community. 

Danach begann ich einfach alles umzustrukturieren und neue Formate einzuführen und merkte schnell, dass es Erfolge brachte. Das war für mich als Neuling in diesem Job natürlich schön anzusehen. 

Welches Erlebnis aus einer Deiner Community ist Dir am stärksten in Erinnerung geblieben? Was war Dein einprägsamstes Erlebnis in deiner Community-Manager Laufbahn?

Oh, das weiß ich noch wie heute und ich weiß bis heute nicht, wie ich das gemacht habe. Ich habe mit ein paar Kollegen ein großes Live-Event zum Thema Cloud mit 200 Teilnehmern im Erfurter Fußballstation durchgeführt. Und ich sollte das Event eröffnen. Ich hatte Wochen vorher schon Angst auf dieser Bühne vor so vielen Menschen zu sprechen. 

Erstmal war ich total überwältigt, dass so viele DB-Kollegen kamen. 

An den genauen Moment auf der Bühne kann ich mich nicht mal erinnern, weil ich so unglaublich nervös war. Wenn ich mir die Aufzeichnungen ansehe, ist mir das nicht anzusehen und ich bin heute noch stolz, es trotz der großen Angst durchgezogen zu haben. 

Heute ist es für mich ein Leichtes, jeden Monat Events zu eröffnen und zu moderieren. 

Was sind die Besonderheiten bei DB Systel?

DB Systel befindet sich gerade auf dem Weg einer unglaublichen Transformation von einer hierarchischen in die agile Arbeitswelt.

Das heißt, wir sind gerade dabei uns von einer klassischen Arbeitswelt mit entsprechenden Aufbau- und Ablaufstrukturen hin zur Selbstorganisation und unternehmensweiten Netzwerken zu entwickeln. Wir wollen hin zu einer modernen, flexiblen Struktur mit agilen eigenverantwortlichen Teams. Das ist natürlich sehr spannend. Gerade in einer so agilen und flexiblen Struktur sind Communitys mehr gefragt denn je. 

Was sind die größten Herausforderungen in Deinem Job und speziell in Deiner Branche?

Die größte Herausforderung ist für mich, dass die IT-Branche eine sehr schnelllebige Branche ist. Außerdem sitzen unsere Mitarbeiter überall in Deutschland. Da einen guten Austausch zu schaffen, sodass auch Dinge nicht doppelt entwickelt werden, ist eine große Herausforderung. Für mich ist es unglaublich wichtig, das Netzwerk im gesamten DB-Konzern so aufzubauen, dass jeder die Möglichkeit hat, schnell und sicher Antworten auf seine Probleme zu bekommen und einfach immer weiß, wo die Fragen gestellt werden können. 

Was gefällt Dir an Deinem Job am besten?

Ich liebe es, Menschen zu verbinden, Plattformen für den Austausch zu schaffen und helfen zu können. Mein Job ist so vielfältig, es geht von reiner Organisation über Eventmanagement, Moderation und Redaktion bis hin zu Customer Happiness. Diese Vielfalt schätze ich sehr. 

Wie denkst Du, dass die Branche sich in den nächsten Jahren entwickeln wird? Was sind die größten Chancen und Herausforderungen? 

Die IT-Branche wird weiter wachsen und eine der Wichtigsten am Markt sein. Deshalb müssen wir schnell, flexibel und clever sein, um bei allen neuen Trends mit dabei zu sein. Vor allem in der IT-Branche brauchen wir einen schnellen Austausch und ein großes Netzwerk, um schnell Probleme zu lösen und unseren Kunden die bestmöglichen Lösungen anbieten zu können, sodass am Ende das Bahnfahren noch bequemer und leichter wird.

Was fehlt der Branche?

Der Weg geht für mich in Richtung: Zusammen wachsen, zusammen lernen. Das fehlt im Moment noch etwas. Ich fände es toll, wenn es noch mehr Austausch zwischen den IT-Dienstleistern gäbe und weniger: Das ist meins und geheim. 

Was willst Du noch gerne loswerden?

Ich liebe es, mich mit anderen Community Managern auszutauschen. Der Job macht unglaublich viel Spaß und ist total vielseitig. Andererseits verlangt er auch viel ab und hat leider noch nicht den Stand, den er haben sollte. Vor allem jetzt (in Coronazeiten) vermittelt eine Community ein unglaublich schönes Verbundenheitsgefühl. Ich finde, gutes internes Community Management ist heutzutage Gold wert. Es stärkt die Bindung zur Firma und schafft eine Verbundenheit zwischen den Mitarbeitern. 

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