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Schritt für Schritt zur eigenen Community: So gelingt Ihnen der Aufbau einer Community

Für den Aufbau einer Community stehen Ihnen viele Wege offen. Entscheidend ist es eine Route zu finden, die zu den Möglichkeiten Ihres Unternehmens passt.

Heutzutage sind Communities keine Seltenheit mehr. Einige Unternehmen nutzen Communities bereits, um eine eigene Plattform für Kommunikations- und Marketingaktivitäten zu entwickeln. Die unternehmenseigene Plattform kann Kunden, Interessenten oder Partner adressieren. Aber auch nach intern, zu den Mitarbeitenden hin, spielen Communities eine immer wichtigere Rolle.

Communities sind als eigene Plattform fester Bestandteil eines Unternehmens und dessen Kommunikations-, Marketing- oder Transformationsaktivitäten.

Mit den Vorteilen interner Mitarbeitenden-Communities oder Online-Communities sind Sie bereits vertraut. Sie wollen wissen, wie Sie ins Tun kommen und mit dem Community-Aufbau am besten starten? Dieser Beitrag beleuchtet die wichtigsten Schritte, die Sie für den Launch Ihrer Community benötigen. Am Ende des Beitrages finden Sie zudem einen 61-seitigen Launch-Guide, der Sie Schritt für Schritt anleitet. 

Der Launch einer Community ist weitaus mehr als “einfach loslegen”

Ohne Zielsetzung und Strategie eine Community zu gründen, ist keine gute Idee. Begehen Sie diesen Fehler nicht. Denn Sie haben bei jedem potenziellen Mitglied nur eine Chance, einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen. Wenn Sie sich für die Wahl der Plattform nicht genügend Zeit nehmen, sabotieren Sie damit das gesamte Vorhaben. Glückliche und begeisterte Mitglieder gewinnen Sie nur mit einer durchdachten Community-Strategie.

Mit “einfach mal loslegen”-Ansatz würden Sie kostbare Zeit und finanzielle Ressourcen verschwenden, um die Community und die Plattform so zu optimieren, wie sie sein sollte. 

Sie werden von Entscheidungsträger:innen, Vorgesetzten oder dem Unternehmen unter Druck gesetzt. Es soll unbedingt eine Community an den Start gehen und das aus den falschen Gründen oder mit zu wenig Vorbereitung? Dann schlagen Sie zunächst vor, kleine Testballons zu starten. So finden Sie schnell heraus, ob das Unternehmen wirklich eine Community benötigt oder ob eine oder mehrere Maßnahmen für die Interaktion und Beziehungsaufbau ausreichen.

Doch bevor Sie mit der Planung oder dem Aufbau Ihrer Community  beginnen, sollten Sie auf die folgende Frage eine Antwort finden.

Warum brauchen Sie eine Community?

Die Antwort auf diese Frage ist entscheidend für die Zukunft Ihrer Community. Gute Gründe für den Community-Aufbau gibt es einige:

Ihr Wettbewerb holt langsam zu Ihrem Unternehmen auf? Dann überlegen Sie, wie Sie Kund:innen für sich begeistern können. Eine Lösung stellt der Aufbau einer Community dar, um die Beziehungen zu den eigenen Kund:innen zu stärken.

Sie haben bemerkt, dass Ihre Mitarbeitenden sich nur wenig miteinander austauschen? Auch hier kann der Community-Ansatz die richtige Entscheidung sein. Schaffen Sie eine interne Community, in der sich die Mitarbeitenden miteinander austauschen und Informationen teilen.

Wenn Sie Ihre Motivation und gute Gründe für den Aufbau einer Community für sich gefunden haben, können Sie mit Ihrem Community-Projekt beginnen.

Vor dem Launch Ihrer Community

Die Phase für Ihre Planung sollte mindesten 6 Monate vor Einführung Ihrer Community beginnen. Natürlich gilt auch hier: Umso mehr Zeit zur Planung Ihnen zur Verfügung steht,umso besser.

Alles beginnt mit Recherchearbeit und Strategieentwicklung

Beginnen Sie mit einer Recherche. Werfen Sie einen Blick auf unterschiedliche Communities und sammeln Sie Ihre Einblicke sowie Erkenntnisse.

Anschließend sollten Sie sich mit den für Sie relevanten Entscheidungsträger:innen im Unternehmen austauschen. Erzählen Sie von Ihrer Idee und finden Sie heraus, was die Stakeholder davon halten.

Basierend auf Ihren Erfahrungen und den Feedbacks der Entscheidungsträger:innen können Sie eine überzeugende Argumentation für die unternehmenseigene Community entwickeln.

Sie haben grünes Licht für die Entwicklung einer Community-Strategie erhalten? Dann haben Sie einen wichtigen Meilenstein gemeistert. Jetzt ist der beste Zeitpunkt, um Ihre Anspruchsgruppen genauer zu erforschen, Personas der zukünftigen Mitglieder zu entwickeln und eine Wettbewerbsanalyse durchführen.

Mit diesem Wissen können Sie dann Ihre Community-Strategie entwickeln. Diese enthält Ziele, Zielgruppen, Zeitplanung, Strukturen und Prozesse. Stellen Sie Ihre Strategie vor und lassen Sie sich diese gemeinsam mit dem dazugehörigen Budget freigeben.

Im Anschluss sollten Sie Ihre Mitstreitenden suchen. Zu den Mitgliedern Ihres Community Teams sollten Community Manager und ein Projektteam für die Planungsphase gehören.

Gemeinsam können Sie sich dann an Auswahl einer Plattform machen. Verfassen Sie eine Ausschreibung, mit deren Hilfe Sie nach potenziellen Plattformanbietern suchen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Kriterien für die Plattformen und benötigten Tools sowie Funktionen nennen. Entscheiden Sie sich gemeinsam für die passende Plattform.

Schaffen Sie die Rahmenbedingungen für Ihre Community

Unterschreiben Sie mit dem Anbieter oder der Anbieterin Ihrer Wahl den Vertrag. Besprechen Sie gemeinsam, wie das Layout der Plattform auszusehen hat. Klären Sie die Anforderungen und Schritte, die es für die Implementierung braucht. Sobald die technische Plattform steht, sollten Sie mit dem Anbieter, dem Projektteam und den Community Managern bereits erste Bugs identifizieren, damit diese entfernt werden.

Wofür soll die Community stehen? Was sind ihre Werte? In einem nächsten Schritt sollten sich alle Beteiligten Gedanken über die Community-Kultur und dessen Tonalität machen. Im Rahmen Ihrer vorherigen Recherchen haben Sie vielleicht bereits passende Mitglieder identifiziert. Diese können Sie frühzeitig als Gründungsmitglieder mit an Board holen und zur Community-Kultur befragen. Klären Sie auch gemeinsam die Frage, wie ein guter Onboarding-Prozess aussehen wird.

Ein ebenso wichtiger Bestandteil der Pre-Launch-Phase ist es, Strukturen und Prozesse, die vor allem im Hintergrund abspielen werden, zu klären. Es geht vor allem um das Definieren von Abstimmungs- und Freigabeprozessen. Jedes Mitglied des Projektteams und alle anderen Beteiligten müssen wissen, wie die Prozesse ablaufen und was zu beachten ist. Schaffen Sie Schnittstellen zu wichtigen Abteilungen wie der IT, der juristischen Abteilung oder dem Marketing. Diese können Sie bei Ihrem Vorhaben immer wieder unterstützen.

Die kontinuierliche Analyse und Optimierung Ihrer Community ist für deren Erfolg besonders wichtig. Nehmen Sie sich also möglichst viel Zeit, um geeignete Messwerte zu definieren und für die Messung passende Werkzeuge zu nutzen.

Bereiten Sie sich auf den Start Ihrer Community vor

Widmen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Plattformanbieter den technischen Aspekten Ihrer Community-Plattform. Überprüfen Sie die Implementierung, unternehmen Sie einen Test-Run und machen Sie auf weitere Bugs aufmerksam.

Entwickeln Sie Im nächsten Schritt Moderationsleitlinien. Diese tragen zur Tonalität und damit zur Kultur der zukünftigen Community bei. Weitere Dokumente wie Netiquette, Guidelines und Handbücher sorgen für zusätzliche Sicherheit. Bei aufkommenden Fragen kann auf dieses Basiswissen jederzeit zurückgegriffen werden.

Um die zukünftigen Mitglieder der Community von Anfang an zu aktivieren und langfristig zu beschäftigen, sollten Sie einen Redaktionsplan entwickeln. Dieser beinhaltet 

  • den Onboarding-Prozess
  • Rituale, die fester Bestandteil einer Community-Kultur sind,
  • Inhalte, die im Lauf der Zeit auf der Plattform veröffentlicht werden, 
  • sowie Veranstaltungen und Aktivitäten, die der Aktivierung der Community-Mitglieder dienen.

Überprüfen Sie Ihre Strukturen, Prozesse und KPIs erneut, bevor Ihre Community an den Start geht. So stellen Sie sicher, dass die genannten Aspekte vorhanden sind und es im Projektteam und darüber hinaus keine Missverständnisse gibt.

Denken Sie daran, auch die Entscheidungsträger:innen immer wieder mit einzubeziehen, diese über den neuesten Stand des Projekts zu informieren und sie vielleicht für Werbezwecke zum offiziellen Community-Start zu gewinnen. Stakeholder können als wertvolle Multiplikatoren auch für Ihr Vorhaben fungieren.

Führen Sie unbedingt einen Softlaunch durch

Starten Sie Ihre Community zunächst im kleinen Rahmen. Laden Sie die Gründungsmitglieder sowie eine kleine Anzahl weiterer Nutzer zu einem Probelauf ein. So entdecken Sie mit Ihrem Team und dem Plattformanbieter weitere Bugs.Ein Siftlaunch hat zusätzlich den Vorteil, dass Ihre Plattform bereits mit Inhalten gefüllt wird und nicht leer startet. 

Mit dem Feedback, dass Sie von Ihren Testpersonen erhalten, lassen sich weitere Optimierungen an der Plattform vornehmen und neue Ideen für Inhalte sowie Aktivitäten sammeln.

Überlegen Sie sich vor dem Softlaunch, wie lange dieser andauern soll. Ein Zeitraum von mehreren Wochen ist nicht selten. Schlussendlich kommt es darauf an, welche Ziele und Deadlines Sie sich gesetzt haben.

Offizieller Launch: Bringen Sie Ihre Community an den Start

Verläuft der Launch reibungslos? Treten technische Probleme auf? Sie merken schnell, dass es vor allem beim offiziellen Start Ihrer Community viel zu tun gibt. Kontinuierliche technische Optimierungen gehören ebenso zu den Tätigkeiten Ihres Teams, wie das fortlaufende Engagement zwischen Ihren Community Managern:innen und den Community-Mitgliedern.

Gehen Sie sicher, dass in Ihrem Redaktionsplan genügend Inhalte, Events und Aktivitäten für die nächsten Wochen vorhanden sind. Tauschen Sie sich mit den neuen Mitgliedern aus. Wie empfinden sie den Onboarding-Prozess und die regelmäßigen Rituale? Gibt es auch hier etwas, das optimiert werden kann?

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Projektteam. Nehmen Sie die Strukturen und Prozesse unter die Lupe. Nehmen Sie bei Bedarf oder aufgrund von Feedback Anpassungen vor.

Wie laufen die Kommunikations- und Marketingaktivitäten für den Launch? Führen Sie Gespräche mit der Kommunikations- und Marketingabteilung Ihres Unternehmens. Mithilfe erster gesammelte Erkenntnisse können die laufenden Werbeaktionen und -maßnahmen verbessert sowie bei Bedarf ausgebaut werden. 

Greifen Sie für die Promotion auch auf die Unterstützung der Entscheidungsträger:innen zurück. So sorgen Sie für weitere Aufmerksamkeit und erhöhen auch die Reichweite Ihrer Bemühungen. 

Post-Launch: Optimieren Sie Ihre Plattform und beschäftigen Sie Ihre Mitglieder

Nach einer erfolgreichen Launch-Party und einer kurzen Verschnaufpause geht die Arbeit an der Plattform weiter. Auch die Mitglieder Ihrer Community wollen weiterhin aktiviert und beschäftigt werden.

Community Manager haben gut zu tun. Vielleicht könnten sie Unterstützung in Form von weiteren Moderatorinnen und Moderatoren benötigen. Hierfür könnten auch ehrenamtliche User-Moderator:innen infrage kommen.

Um die Aktivität Ihrer Mitglieder zu erhöhen, sollten Sie weitere Inhalte, Events und Aktionen umsetzen. Überprüfen Sie die vorhandenen Formate, Rituale und Ihren Onboarding-Prozess. Führen Sie Anpassungen durch und hören Sie dabei auf das Feedback Ihrer Community. Es war für Sie möglich, bereits ein paar Supernutzer zu identifizieren? Gehen Sie mit diesen Nutzern in den Austausch. Vielleicht können Sie besondere Anreize schaffen, um die Beziehung auszubauen und zu vertiefen. Denn Supernutzerinnen und Supernutzer stellen weitere wichtige Multiplikatoren für Ihre Community dar – intern und extern.

Mithilfe von Feedbackgesprächen lassen sich Strukturen und Prozess hinter den Plattform-Kulissen weiter verbessern. Weitere Werbemaßnahmen stellen sicher, dass weitere Mitglieder ihren Weg in Ihre Community finden.

Weitere Optimierungspotenziale können identifiziert werden, wenn Sie mit Ihrem Projektteam einen Blick auf die bereits erhobenen Daten werfen und diese sorgfältig auswerten. Anhand eines übersichtlichen Reportings lassen sich weitere Potenziale finden. Können die Daten unterschiedlich interpretiert werden, bringt ein A/B Testing Klarheit.

Weitere Optionen, die Sie mehrere Monate nach dem Launch in Betracht ziehen können:

  • Steigern Sie den Wert der Community für Ihr Unternehmen.
  • Erhöhen Sie den Stellenwert, den die Community bei den Mitgliedern hat.
  • Entwickeln Sie ein Geschäftsmodell, mit dem Sie die Community sinnvoll erweitern können.
  • Achten Sie auf die laufende Pflege, Moderation und Verbesserung Ihrer Community, Ihrer Plattform und Ihrer Mitglieder.

Der Community Launch Guide 

Sie wollen loslegen? Dann habe ich noch etwas für Sie. Laden Sie sich den kostenlosen “Community Launch Guide” herunter:

  • Mit dem 61-seitigen Guide erhalten Sie eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihren Community-Launch. 
  • Orientieren Sie sich an den Checklisten, um kein wichtiges To-do aus dem Auge zu verlieren.
  • Der Launch Guide dient Ihnen als Gedächtnisstütze, da dieser alle wichtigen Informationen und Gesprächspunkte enthält, die Sie mit externen und internen Partnern besprechen müssen.
  • Ein Fragebogen im Anhang dient Ihnen als Hilfestellung für die Befragung der Stakeholder.

Dieser Plan wurde von Brian Oblinger in Zusammenarbeit mit Erica Kuhl und Jake McKee entwickelt. Die deutsche Adaption stammt von Tanja Laub. 

Kostenloser 61-seitiger-Guide: Community Launch Guide

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Mein Herz schlägt seit 15 Jahren hauptberuflich für das Community Management – besonders für den Aufbau unternehmenseigener Plattformen. Community Management heißt für mich: Netzwerke aufbauen. Dialog fördern. Beziehungen stärken. Community Management ist für alle Seiten ein Gewinn. …wenn es strategisch durchdacht und engagiert umgesetzt wird. Ich berate Unternehmen dabei und schule die Mitarbeitenden, damit deren Community Management aktive Nutzer hervorbringt und unternehmerisch sinnvoll genutzt werden kann.

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