Soziale Netzwerke versus On-Domain: Welche Plattform sollten Sie für den Aufbau Ihrer Online-Community nutzen?

von | 7. Feb 2023 | Community Aufbau, Community Management, Lese-Empfehlungen

Zuletzt geändert am 4. Juli 2024

Der Aufbau von Communities im digitalen Raum gewinnt derzeit immer mehr an Zuspruch. Sie bieten viele Vorteile, wie den direkten Austausch mit der Zielgruppe, die engere Kundenbindung, die gemeinsame Entwicklung von Produkten und neue Innovationen. Sie ziehen den Community-Aufbau im Digitalen in Betracht? Dann müssen Sie sich entscheiden. Wollen Sie eine Community in den sozialen Netzwerken oder eine eigene Community-Plattform als Austauschplattform für Ihre Community nutzen?

Immer mehr Unternehmen entscheiden sich für den Aufbau einer Community. Durch den Austausch und die Interaktion mit der Zielgruppe im digitalen Raum erhoffen sich Organisationen vor allem eine Intensivierung der Beziehung zu den Kunden und ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse sowie Problemstellungen, mit denen sie sich auseinandersetzen.

Vielleicht haben auch Sie bereits die Entscheidung getroffen, eine Online-Community aufzubauen. Bevor Sie mit der Entwicklung Ihrer Community fortfahren, sollten Sie sich mit einer wichtigen Frage auseinandersetzen: Wo wird Ihre Community zu Hause sein und wachsen?

Sie können mithilfe eines sozialen Netzwerks wie LinkedIn oder Facebook und deren Gruppenfunktionen eine Community aufbauen oder eine eigene Softwarelösung für Ihre Community-Plattform – On-Domain – nutzen. Im Folgenden lernen Sie die Vor- und Nachteile beider Varianten kennen.

Communities in sozialen Netzwerken und eigenen Software-Plattformen: Worin bestehen die Unterschiede?  

Wer die sozialen Medien nutzt, um eine eigene Community aufzubauen, greift dazu häufig auf LinkedIn oder Facebook zurück. Der Grund: Beide soziale Netzwerke verfügen über die Möglichkeit, eigene Gruppen einzurichten. Diese digitalen Räume auf LinkedIn oder Facebook erlauben es, den Austausch und Kontakt zwischen der Zielgruppe und dem eigenen Unternehmen zu stärken. Dabei steht den Gruppenadministratoren eine begrenzte Auswahl an Funktionen zur Seite. 

Wenn Sie eine eigene Community-Plattform On-Domain aufbauen, gehört diese ausschließlich Ihrem Unternehmen. Sie haben die volle Kontrolle über das Aussehen, die Technik und die Verwaltung dieser digitalen Plattform.

Die Vor- und Nachteile einer Community in den sozialen Netzwerken

Soziale Netzwerke mit Gruppenfunktionen wie LinkedIn oder Facebook sind für Unternehmen, die das erste Mal eine Community aufbauen wollen, besonders reizvoll. Die sozialen Netzwerke verfügen über Vor- und Nachteile, mit denen Sie sich bei Ihrer Wahl einer Community-Plattform auseinandersetzen sollten.

Die Vorteile sozialer Netzwerke im Überblick

Von folgenden Vorzügen profitieren Sie, wenn Sie eine Community auf einer Drittanbieterplattform aufbauen:

  • Niedrige Hürden für Community-Betreiber und -Mitglieder

Viele Personen besitzen in den sozialen Netzwerken bereits ein Profil und halten sich dort regelmäßig auf. Sie müssen Ihre Zielgruppe nicht zu einer Anmeldung auffordern, es trennt sie nur ein Klick von Ihrer Gruppe und Sie können Ihre Inhalte direkt mit den Gruppenmitgliedern teilen. Außerdem haben Sie selbst eine geringe Einstiegshürde, da sich Gruppen häufig schnell und unkompliziert eröffnen lassen.

  • Profitieren Sie von hohen Reichweiten 

Soziale Netzwerke haben eine große Nutzerbasis, die der Community sofortigen Zugang zu einem großen Publikum verschaffen kann. So fällt es Ihnen auch leichter, neue Personen zu erreichen. 

  • Große Datenbasis 

Soziale Netzwerke verfügen über Daten über ihre Nutzer, die genutzt werden können, um bestimmte demographische Gruppen anzusprechen und die Relevanz der Community für ihre Mitglieder zu erhöhen.

  • Hohe Aufmerksamkeit für Zielgruppenrelevante Inhalte

Die Inhalte, die Sie mit Ihrer Zielgruppe in Ihrer Gruppe teilen, werden von dieser gesucht und geteilt – auch über die dortige Gruppe hinaus. Sie können damit in den sozialen Netzwerken von einer hohen Aufmerksamkeit profitieren, wenn Sie Ihre Zielgruppe regelmäßig mit passendem Content beliefern.

  • Hohe Benutzerfreundlichkeit

Soziale Netzwerke sind benutzerfreundlich und den meisten Menschen vertraut, was es den Mitgliedern erleichtert, sich zu engagieren und an der Community teilzunehmen.

  • Keine Lizenzen- und Technikkosten 

Der Aufbau einer Community in einem sozialen Netzwerk ist in der Regel kostengünstiger als der Aufbau einer eigenen Plattform, da viele der benötigten Funktionen bereits durch das Netzwerk bereitgestellt werden. Die eingesparten Ressourcen und Kosten können Sie in die Kommunikation und die Erstellung von ansprechenden Inhalten investieren. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass Sie und Ihre Community-Mitglieder durch das Anlegen eines Social-Media-Profils meistens mit der Preisgabe Ihrer eigenen Daten bezahlen.

Die Nachteile sozialer Netzwerke auf einem Blick

Sie haben Bedenken und wissen nicht, ob die Lösung eines Drittanbieters die passende Wahl ist? Dann helfen Ihnen vielleicht die folgenden Nachteile bei der Entscheidungsfindung:

  • Personenkreise werden automatisch ausgeschlossen

Es gibt Personen, die kein Profil in einem sozialen Netzwerk besitzen und sich dies auch nicht anlegen wollen. Damit schließen Sie diese Personen automatisch aus und verwehren Ihnen die Chance, an Ihrer Community teilzunehmen. 

  • Kein Einfluss auf technische Funktionen und deren Weiterentwicklung

Die Drittanbieter sozialer Netzwerke greifen häufig auf eine überschaubare Auswahl von Features zurück. Selbst mit einem Unternehmensprofil oder einer Gruppe können Sie keinen Einfluss auf diese Faktoren ausüben. Ihnen ist es nicht möglich, eigene Features zu implementieren.

  • Abhängigkeit von der Entscheidung der Drittanbieter-Plattformen

Die Drittanbieter entscheiden allein über die Weiterentwicklung von Funktionen, die Ausspielung von Inhalten, die Verwahrung von Daten sowie die Zukunft der Plattform. Ist das soziale Netzwerk in einen Datenschutzskandal verwickelt oder beschließt, manche Funktionen nur noch kostenpflichtig anzubieten, so haben Sie keinen aktiven Einfluss auf diese Entscheidungen. 

  • Keinen Einblick in Mitglieder-Daten

Sie haben keine Möglichkeiten, weitere Details über die Mitglieder der eigenen Community zu erhalten – es sei denn, Sie fragen explizit nach. Denn alle Daten werden vom Betreiber des sozialen Netzwerks verwahrt und sind für Sie unzugänglich. 

  • Wenige Möglichkeiten zum eigenen Branding

Ein sehr individuelles Branding in den sozialen Netzwerken lässt sich oft nur über die eigenen Inhalte wie Bild oder Video vermitteln. Das restliche Design ist von dem sozialen Netzwerk vorgegeben und schaut für alle Unternehmen und Marken einheitlich aus. So werden sie schnell austauschbar und gehen in der Masse unter. 

  • Eines unter vielen Unternehmensprofilen und Gruppen

Soziale Netzwerke sind ein hart umkämpfter Raum. Damit ist der Ablenkungsfaktor groß, denn Sie sind in einem sozialen Netzwerk nicht das einzige Unternehmen, das sich um die Aufmerksamkeit der Nutzer und Nutzerinnen bemüht. Die Aufmerksamkeit der Nutzer:innen ist oft auf mehrere Websites und Inhalte verteilt.

  • Sie sind abhängig vom Algorithmus

Der Algorithmus in einem sozialen Netzwerk ist für die Verteilung von Inhalten zuständig. Dieser stellt sicher, dass sie an die passende Zielgruppe ausgespielt werden. Auf diesen Prozess und die Bewertung der Inhalte haben Sie keinen Einfluss. Es ist immer möglich, dass Ihre Mitglieder Ihre Inhalte nicht sehen. Sofern sie nicht aktiv die Gruppe besuchen. Gerade auf LinkedIn wird Gruppen keine hohe Sichtbarkeit von Seiten des Algorithmus eingeräumt.

Die Vor- und Nachteile einer Community auf der eigenen Software-Plattform

Der Aufbau einer Community auf einer eigenen Software-Plattform hat mehrere Vorteile gegenüber dem Aufbau in einem sozialen Netzwerk. Wenn Sie sich für eine passende Plattform-Lösung entscheiden und die Entwicklung richtig umsetzen, schaffen Sie sich mithilfe solch einer eigenen Plattform einen klaren Wettbewerbsvorteil. Lernen Sie die Vor- und Nachteile einer On-Domain-Plattform kennen.

Vorteile einer unternehmenseigenen Community-Plattform

Die Kontroll- und Funktionsmöglichkeiten einer On-Domain-Plattform reizt viele Unternehmen. Daneben gibt es weitere Vorteile, von denen Sie beim Aufbau einer unternehmenseigenen Community-Plattform profitieren.

  • Volle Kontrolle über technische Ausstattung

Sie entscheiden selbst, welche Funktionen und Tools Ihre technische Plattform besitzen soll. Egal, ob es um die gemeinsame Entwicklung neuer Produkte geht und Sie beispielsweise ein Voting-System benötigen oder ob der Fokus auf Kollaborationsfunktionen liegt. Sie besitzen die Entscheidungshoheit, welche technischen Funktionen Ihre Community-Plattform enthalten soll. Da Sie den Funktionsumfang der Plattform bestimmen, können Sie zusätzlich besser und schneller auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mitglieder eingehen. 

  • Volle Kontrolle über die Darstellung und Ausspielung der Inhalte

Niemand außer Ihnen hat einen Einfluss darauf, wie und wann Ihre Inhalte auf der Plattform veröffentlicht werden. Diese Entscheidung treffen Sie und Ihre Community-Manager. Auch entscheiden Sie, wie lange die Inhalte an welcher Stelle sichtbar sind. Zudem können Sie festlegen, welche Inhalte Ihrer Mitglieder Sie an besonderer Stelle darstellen oder prominent hervorheben. 

  • Unabhängige Entscheidungsfindung

Sie treffen schlussendlich alle wichtigen Entscheidungen, die die Community-Plattform, deren Mitglieder und deren Zukunft betreffen. Es gibt keine dritte Partei, die diese Freiheiten und Gestaltungsmöglichkeiten übernimmt. Für Sie bedeutet das gleichzeitig auch mehr Verantwortung für die Plattform und die Mitglieder, die sich auf dieser aufhalten.

  • Technische Anpassungsmöglichkeiten

Sie haben die Freiheit, unterschiedliche Systeme wie ein Customer Relationship System oder eine Produktdatenbank direkt mit der Community-Plattform zu verknüpfen. Hierfür bieten die Plattform-Anbieter häufig verschiedene Schnittstellen  an, um so die Systeme miteinander zu verbinden.

  • Voller Einblick in die Mitgliederdaten

Da sich die Mitglieder auf Ihrer Plattform anmelden, können Sie auch die hinterlegten Daten der Mitglieder einsehen. Aus den Mitgliederdaten können Sie wichtige Erkenntnisse gewinnen und die eigene Community-Strategie auf die Bedürfnisse Ihrer Mitglieder hin anpassen. Sie entscheiden, welche Daten Sie erheben und auswerten, sofern dies technisch möglich und rechtlich erlaubt ist. Gleichzeitig kann Ihr Unternehmen die Daten für weitere Aktivitäten, wie beispielsweise einen Newsletter einsetzen, insoweit die Mitglieder dieser Nutzung bei der Anmeldung zugestimmt haben. 

  • Individuelle Anpassungsmöglichkeiten bei Branding und Design

Sie entscheiden, wie Ihre Plattform aussieht. Auf diese Weise können Sie gezielt das Corporate Design und Ihre Corporate Identity einfließen lassen. Falls sich das Branding Ihres Unternehmens in Zukunft ändert, können Sie darauf schneller reagieren und entsprechende Design-Anpassungen an der Community-Plattform vornehmen. Ihre Community ist somit vollständig in das Branding Ihres Unternehmens integriert und schafft für Ihre Mitglieder einen direkten Bezug. 

  • Keine versteckten Kosten

Eine weitere Hürde, die mit einer unternehmenseigenen Community entfällt, sind versteckte Kosten. Es ist jederzeit denkbar, dass ein Drittanbieter beschließt, bestimmte Teilfunktionen eines sozialen Netzwerks kostenpflichtig anzubieten. Das schränkt Nutzer und Nutzerinnen ein. Eine Bezahlschranke blockiert unter Umständen einen wichtigen Hebel Ihrer Community-Aktivitäten.

  • Mehr Möglichkeiten zur Interaktion und zum Dialog

Sie üben nicht nur Einfluss auf die Inhalte und das Aussehen Ihrer Plattform aus. Sie bestimmen auch, welche Tools und Softwarelösungen für die Interaktion und dem Führen von Dialogen zwischen den Mitgliedern genutzt werden. Auf diese Weise setzen Sie die Tools ein, die Ihre Community-Plattform wirklich benötigt. 

  • Kein Algorithmus für die Steuerung der Inhalte verantwortlich

Auf einer unternehmenseigenen Plattform verantworten Sie die Verfügbarkeit, Frequenz und Veröffentlichung von Inhalten. So gerät bestimmter Content im Vergleich zu sozialen Netzwerken weniger schnell in Vergessenheit. Im Gegenteil: die Inhalte bleiben für Ihre Community leichter auffindbar.

  • Die Wahrscheinlichkeit von Hatespeech und Shitstorms sind geringer

Viele Unternehmen fürchten sich vor diesen Situationen im Social Web. Auf einer eigenen Software-Plattform sind diese zwar nicht unmöglich, doch können Sie hier auf Hatespeech und Shitstorms besser reagieren und diese kommen hier seltener vor.

  • Aktivere Community-Mitglieder

Ihre Mitglieder entscheiden sich mit der Anmeldung zu Ihrer Plattform bewusst dafür, Teil Ihrer Community zu werden. Damit ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich diese Mitglieder zukünftig stärker engagieren, Beziehungen innerhalb der digitalen Gemeinschaft knüpfen und damit Ihre Community stärken.


Nachteile einer unternehmenseigenen Community-Plattform 

Es gibt viele Vorteile, die für die Entwicklung einer eigenen Plattform sprechen. Argumente, die gegen diese Entscheidung sprechen, existieren ebenfalls. Mit den folgenden Punkten können Sie überprüfen, ob der Community-Aufbau auf einer eigenen Plattform die richtige Lösung für Sie ist: 

  • Höhere Hürden bei der Anmeldung

Für Aktivitäten auf Ihrer Plattform müssen sich Nutzer und Nutzerinnen zunächst registrieren und immer wieder aufs Neue anmelden. Eine Hürde, die nicht jede Person Ihrer Zielgruppe gerne auf sich nimmt. Die Hemmschwelle ist bei sozialen Netzwerken deutlich niedriger. Auf einer eigenen Plattform kann die Zahl der Mitglieder daher deutlich niedriger ausfallen. Außerdem müssen Sie die potenziellen Mitglieder selbst anwerben und von Ihrer Community überzeugen. Denken Sie jedoch auch daran, dass es bei einer eigenen Community nicht um die Masse geht. Vielleicht verfügt Ihre digitale Gemeinschaft über eine kleine Mitgliederzahl. Doch handelt es sich dabei um Menschen, die sich wirklich engagieren und einbringen wollen. Die Mitglieder haben gezeigt, dass Sie sich für Ihre Community und das Thema wirklich interessieren und bereit sind, die Hürden zu nehmen. Somit haben Sie zwar weniger, aber dafür engagiertere Mitglieder. 

  • Mehr Verantwortung für Sie als Plattform-Betreiber 

Datenschutz ist heutzutage ein äußerst ernstzunehmendes Thema. Als Betreiber oder Betreiberin verantworten Sie die Daten Ihrer Mitglieder. Es liegt an Ihnen, diese ordentlich zu verwalten und zu schützen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie haftbar sind, wenn die Mitgliederdaten in die falschen Hände geraten.

  • Mehr Budget und personeller Aufwand werden benötigt

Neben ausreichend finanziellen Mitteln, werden vor allem personelle Ressourcen und Zeit benötigt, um eine Community-Plattform zu entwickeln, dort eine Community aufzubauen und diese langfristig zu betreiben. Außerdem benötigen Sie für die Auswahl der Plattform, die Implementierung und das Testing der unternehmenseigenen Plattform viel Zeit.

  • Die Plattformauswahl ist vielschichtig

Nicht nur, dass die Auswahl der passenden Plattform viel Zeit in Anspruch nimmt. Die zukünftige Community-Plattform muss auch gewissenhaft ausgesucht werden. Schließlich erfüllt diese nicht nur die Anforderungen des Unternehmens, sondern auch die der zukünftigen Mitglieder. Ein späterer Plattformwechsel ist zwar nicht unmöglich, dafür aber umso komplexer. Eine Übersicht der verschiedenen Plattformlösungen und Anbieter finden Sie in diesem Beitrag: Community-Software im Überblick: Welche Lösung ist die richtige für Ihre Community?

Soziale Netzwerke vs. On-Domain: Worauf es bei der Wahl ankommt

Handeln Sie nicht impulsiv. Machen Sie sich Gedanken darüber, welche Plattform sich am besten für den Aufbau Ihrer Community eignet. Das kann eine Drittanbieterplattform im Social Web oder eine eigene für das Unternehmen entwickelte Plattform sein.

So kann eine Gruppe in einem sozialen Netzwerk für Sie infrage kommen, wenn Sie einem kleinen Unternehmen angehören oder als Einzelperson eine Community gründen und sich zunächst nur austauschen wollen.

Sie planen langfristig und arbeiten an einer umfangreicheren Strategie? Dann kann für Sie (vor allem, wenn Sie für ein großes Unternehmen tätig sind) eine individuelle Lösung sinnvoller sein.

Beginnen Sie nicht “einfach so” mit dem Community-Aufbau. Eine eigene Gruppe in einem sozialen Netzwerk kann (kurzfristig) gut funktionieren, doch sobald Sie Ihre Community auf eine eigene Plattform umziehen wollen, wird es komplizierter. Schließlich sind Menschen Gewohnheitstiere und mögen keine (schnellen) Veränderungen. Machen Sie sich bewusst, dass Sie bei solch einem Wechsel immer eine Vielzahl von Mitgliedern verlieren werden. Es wird immer Menschen geben, die den Wechsel von einer auf die andere Plattform nicht mitmachen werden.

Gleichzeitig gehen bei diesem Plattformwechsel viele Inhalte verloren. Aus dem gleichen Grund sollte die Wahl der eigenen technischen Lösung wohl überlegt sein. Versuchen Sie bei der Wahl der Community-Software weniger einfach sowie kostenschonend, sondern möglichst langfristig zu denken.

Sie haben sich für die Entwicklung einer unternehmenseigenen Community-Plattform entschieden? Dann bedeutet das nicht, dass Sie die sozialen Netzwerke komplett aufgeben sollten. Ihre Seiten und Profile in sozialen Netzwerken können weiterhin wertvolle Werkzeuge sein. Setzen Sie diese gezielt ein, versuchen Sie dort weiterhin die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe für sich zu gewinnen. Auf diese Weise können Sie Interessenten auf Ihre eigene Plattform lenken und dazu einladen, Teil Ihrer Community zu werden.

Wie Sie die richtige Plattform-Entscheidung treffen

Ihr Beschluss hängt von drei Faktoren ab: von Ihrem Reifegrad, Ihren Ressourcen und Ihren (langfristigen) Zielen. Im Folgenden sind einige Faktoren aufgeführt, die bei der Entscheidung zwischen einem sozialen Netzwerk und einer eigenen Plattform für Ihre Online-Community zu berücksichtigen sind:

Zweck und Ziele: Überlegen Sie, was Sie mit Ihrer Community erreichen möchten. Möchten Sie ein breites Publikum ansprechen oder eine zielgerichtete und exklusive Community aufbauen?

Budget: Der Aufbau und die Pflege einer eigenen Plattform kann kostspielig sein, daher sollten Sie die Ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen berücksichtigen.

Benutzerfreundlichkeit: Sind Sie mit der Benutzerfreundlichkeit sozialer Netzwerke zufrieden oder benötigen Sie mehr Kontrolle und Anpassungsmöglichkeiten?

Datenschutz: Überlegen Sie, wie wichtig der Datenschutz für Ihre Community ist. Soziale Netzwerke haben ihre eigenen Datenschutzrichtlinien, aber mit einer eigenen Plattform haben Sie mehr Kontrolle über die Sammlung und Verwendung von Daten.

Technische Ressourcen: Der Aufbau und die Pflege einer eigenen Plattform erfordert mehr technische Ressourcen, daher sollten Sie Ihr Fachwissen und die Ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen berücksichtigen.

Reichweite des Publikums: Soziale Netzwerke können Zugang zu einem großen Publikum bieten, aber die von diesen Plattformen verwendeten Algorithmen können die Reichweite Ihrer Inhalte stark einschränken.

Die folgenden beiden Fragen können Ihnen helfen eine Entscheidung zu treffen:

1. Welche Plattform ist die beste Wahl für Ihre angestrebten Ziele und Ihre Zielgruppe?

Für Ihre Community haben Sie sich (langfristige) Ziele gesetzt. Diese zahlen auch in die übergeordneten Geschäftsziele Ihres Unternehmens ein. Für das Erreichen Ihrer Ziele sind vielleicht bestimmte Funktionen, Mechaniken oder andere Möglichkeiten notwendig. Gleichzeitig sollte sich Ihre Zielgruppe auf der Community-Plattform gut zurechtfinden, sich dort wohlfühlen und untereinander leicht kommunizieren können. Behalten Sie diese zwei Aspekte im Auge und überlegen Sie, ob eine Gruppe in einem sozialen Netzwerk oder eine unternehmenseigene Plattform diese erfüllen kann.

2. Verfügen Sie über ausreichend Ressourcen?

Es macht keinen Sinn, mit der Entwicklung einer individuellen Plattform-Lösung zu beginnen, wenn Ihnen finanzielle Ressourcen und die Unterstützung wichtiger Stakeholder fehlt. Arbeiten Sie darauf hin, diese Ressourcen zu erhalten. Ein erster Schritt kann die Ausarbeitung einer Community-Strategie sein.

Fazit: Im Fokus stehen immer die Community und ihre Mitglieder

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wahl zwischen einem sozialen Netzwerk und einer eigenen Plattform von Ihren Zielen, Ressourcen und Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit abhängt. Achten Sie darauf, die oben genannten Faktoren sorgfältig abzuwägen und sich der möglichen Fallstricke jeder Option bewusst zu sein.

Am wichtigsten ist Ihre Community. Nicht die Gruppe in einem sozialen Netzwerk. Auch nicht die technische Plattform, auf der sich Ihre Mitglieder bewegen. Was zählt, sind die Menschen, aus denen Ihre Community besteht. 

Die Plattform ist nur der Ort, an dem sich die Mitglieder austauschen. Entscheidend ist, dass die Menschen miteinander in Kontakt stehen, sich austauschen und miteinander interagieren.

Vergessen Sie nicht: Eine digitale Plattform ist nur eine Anlaufstelle (von vielen). Social Media ist keine Kommunikationsstrategie, sondern es ist ein Werkzeug für die Kommunikation.

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